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Teil 1 - Autark im eigenen Garten – Hühner und Gemüse

Teil 1 - Autark im eigenen Garten – Hühner und Gemüse - Teil 1 unseres Ratgebers für einen autarken Garten

Autark im eigenen Garten – Hühner und Gemüse

Autarkie ist in der globalisierten und zugleich spezialisierten Welt ein Fremdword – keiner kann alles für sich alleine, es geht nur mit anderen zusammen, aber nichts geht ohne Energie. Spätestens mit dem Krieg in der Ukraine müssen auch bei den allerletzten die Alarmglocken aufheulen: Wir schneiden uns stückchenweise von unserer gewohnten Energieversorgung ab, die wir auf die Schnelle nicht durch andere Quellen ersetzen können.

Was heißt das für unseren Lebensalltag?

- viele können im Winter nicht richtig heizen
- diese Haushalte stellen auf kleine Elektroöfen um, der Blackout droht

- Blackouts wirken sich auf alle Bereiche des Lebens aus, auch auf die Grundversorgung

außerdem:

- Kunstdünger verschlingt viel Energie während der Produktion
- es wird weniger Kunstdünger hergestellt oder transportiert

- kommende Ernten werden magerer ausfallen

- selbst wenn unsere Regierung arme Menschen subventioniert, wird das nur die Preise für knappe Güter hochjagen, weil es während der Umstellung nicht für alle reichen kann

Fazit:

- Wir müssen nicht nur einen großen Lebensmittelvorrat haben und andere Güter einlagern, wir müssen wieder selber produzieren oder reparieren. Je mehr Menschen ein Stück Autarkie mit Ernährung, Energieversorgung und der allgemeinen Versorgung anstreben, um so besser meistern wir jede Krise.

Den Gemüsegarten anlegen

Wer einen Garten hat, kann diesen zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr gut umgestalten. Selbst wenn der Boden schlecht ist, lassen sich die obersten 30 cm maschinell abtragen und mit gehaltvollem Mutterboden wieder aufschütten. Es werden gleichzeitig einige Rundhölzer als Begrenzung auf den Boden gelegt, schon sind die Wege und Beete angelegt. Die Wege sollen noch mit Rindenmulch ausgelegt sein. Wer seine schmalen Beete nur von den Seiten bewirtschaftet, verfestigt den Boden weniger und hat es leichter. Auf die Beete kann, wenn noch kein Wintergemüse vorhanden, z.B. Rotklee. Es handelt sich um einen Hülsenfrüchtler, der mit den Wurzeln Stickstoff aus der Luft bindet und damit den Boden düngt. Wer einen Streifen stehen lässt, kann vielleicht sogar eigenes Saatgut ziehen.

Das Gemüse braucht unterschiedlich viele Nährstoffe, vier Beete können jeweils eine Gruppe für die Fruchtfolge bilden. Auf gedüngte Beete kommen zuerst Starkzehrer, dann Mittelzehrer und Schwachzehrer. Es kann während der Jahre dennoch etwas Kompost in den Boden eingebracht werden. Doch nun sollen ein Jahr Hülsenfrüchtler Stickstoff im Boden binden, dann folgt noch eine üppige Kompostdüngung. Dieses Rotieren wirkt zugleich einer einseitigen Auslaugung entgegen. Viele Pflanzen benötigen immerhin von einigen Spurenelementen deutlich mehr und würden sich selber berauben.


Wichtig bleibt, dass diese Beete genug Licht und Wasser bekommen und sich die Bepflanzung nicht gegenseitig beschattet. Außerdem ist auf Erntezeitpunkte zu achten, damit nicht alles gleichzeitig reift. Neben dem frühen Gemüse und Folienkartoffeln für das Frühjahr gibt es sogar Wintergemüse, welches selbst Nachtfröste überdauert und sich ernten lässt. Hier sind Grünkohl und Schwarzwurzeln die Klassiker. Neben dem Wintergemüse wäre auf lagerfähige Kartoffelsorten und weiteres lagerfähiges Gemüse zu achten, um wirklich autark zu werden.


Auch beim Obst ist es wichtig, früh, mittel und spät reifende Sorten zu kultivieren. Alternativ müsste eine üppige Ernte zu Saft, Marmelade oder als Eingemachtes verarbeitet werden. Einfacher wäre es, wenn die späten Apfel-Sorten sich zum Einlagern eignen und nicht innerhalb von Tagen verfaulen.

Auf Mischkulturen achten

Eine Monokultur macht es den jeweiligen Fressfeinden oder Krankheiten umso einfacher, sie zu zerstören. Auf Feldern geht es häufig wegen der maschinellen Bearbeitung nicht mehr anders, im Gemüsegarten wäre jedoch auf die Mischkultur zu achten. Es handelt sich hierbei um historisch gewachsenes Allgemeinwissen, welches bereits weitgehend in Vergessenheit geriet. Heute werden diese Techniken unserer Urgroßeltern wieder entdeckt, es gibt viele Gartenratgeber mit Tipps für Fruchtfolge und Mischkulturen.

Klassiker sind Möhren und Zwiebeln beziehungsweise Lauch, weil die Pflanzen einander die Schädlinge vertreiben. Auch Bohnen und Bohnenkraut sind vielen bekannt, da letzteres die schwarze Bohnenlaus vertreibt. Im Gurkenbeet hier und da eine Dill-Pflanze ist ebenfalls ein Klassiker, weil beide Pflanzen einander unterstützen. Sellerie ist nützlich, um Kohlfliegen zu vertreiben, während Knoblauch nicht nur die Stachelbeerwespe bei Stachelbeersträuchern fernhält, sondern auch Wühlmäuse auf Abstand bleiben.


Zur anderen Seite gibt es wieder Pflanzen, die einander nicht mögen. Demnach sollen die Tomaten nicht direkt neben die Kartoffeln oder der Kopfsalat nicht neben die Petersilie.


Ein anderes Problem sind Schnecken, die in einigen Gärten zum massiven Problem werden. Die meisten Schnecken sind jedoch wählerisch, weswegen grüne gegen rote Salatsorten zu tauschen wären. Oder der Boden eignet sich generell nicht für eine Gemüsesorte. Sind die Erträge immer sehr schlecht, sollte es nicht mehr angebaut werden. Das sind aber Entscheidungen, die auf Erfahrungswerte beruhen. Wer seinen Gemüsegarten einige Jahre mit wachem Auge bewirtschaftet, wird sein eigenes Konzept finden.

Schleichender Nährstoffmangel bedroht kommende Ernten

Wer autark sein möchte, muss auf lange Sicht denken. In der Natur bilden sich Nährstoff-Kreisläufe, die wir simulieren müssen. Stickstoff ist durch Hülsenfrüchtler oder Mist noch leicht in den Boden zu bringen. Reine und saubere Holzasche ist reich an Kalium und deswegen ein sehr guter Dünger für den Garten. Aber auch sogenannte Pflanzenjauche aus Brennnesseln oder Kaffeesatz (auch gegen Schnecken wirksam) bringen Kalium in den Boden.

Leider wird es beim Phosphor schwieriger, der nur in Spuren im Boden vorkommt und mit jeder Ernte abgetragen wird. Doch ohne Phosphor schwindet der Ertrag sehr schnell. Wer diesen Nährstoff nicht wieder auffrischt, kommt deswegen auch mit Stickstoff und Kalium alleine nicht weiter. Eine schleichende Folge des Phosphor-Mangels ist weniger Ertrag auf die gleiche Arbeitszeit, bis es sich nicht mehr lohnt.

Die Lösung: Hühnermist kompostieren

Hühnermist enthält vergleichsweise viel Phosphor. Wer eigene Hühner hält, kann den Hühnermist kompostieren. Dieser soll nicht frisch ins Beet und wegen eventueller Hühner-Krankheiten oder Parasiten sogar unzugänglich zu den Hühnern kompostiert werden.

Als Einstreu eignen sich z.B. gehäckseltes Stroh, Sägespäne oder auch sauber getrocknetes Laub, welches jedoch Zecken und andere Parasiten enthalten könnte. Diese Einstreu bindet während der Zersetzung zuerst Nährstoffe, bevor sie welche abgibt und gehört deswegen ein bis zwei Jahre auf den Kompost.


Wegen der Hygiene wird der Hühnerstall regelmäßig gemistet, es geht einiges an Einstreu, aber auch Futter durch. Dafür liefern Hühner Eier und Fleisch.


Für ein autarkes Leben sind Hühnereier eine sehr wertvolle Ergänzung zum Gemüse, weswegen sich die Hühnerhaltung im Garten lohnt. Als Fluchttiere wollen Hühner immer mit einem Satz in Deckung sein. Wer also einige Obst- und Nussbäume pflanzt, kann die Wiese darunter einzäunen und den Hühnerstall in diese Wiese münden lassen. Die Hühner suchen nach Kleintieren, fressen frische Gräser und brauchen in der warmen Jahreszeit deutlich weniger Kraftfutter.


Weiter geht es mit diesem Thema in „Was muss ich bei der Hühnerhaltung beachten“.

Alternative zur Hühnerhaltung: die Kompost-Toilette

Hühner sind durchaus dankbare Tiere für den Garten, aber nicht für jede Situation geeignet oder integrierbar. Immerhin braucht es einen täglichen Kontrollgang und etwas Platz für die Hühnerweide, sonst geht zu viel Kraftfutter durch.

Wer richtig autark gärtnert, muss ohne Kunstdünger auskommen. Gibt es keinen Hühnermist, eignet sich immer noch die Kompost-Toilette. Diverse Anbieter haben bereits ausgeklügelte Systeme entworfen. Zumindest schließt sich der entscheidende Nährstoff-Kreislauf, wenn alles wieder zurück im Garten landet und nicht in der Kanalisation. Sollte es künftig Blackouts und damit zugleich kein Leitungswasser geben, ist jeder um das stille Örtchen im Garten sehr dankbar.


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