Was lernen wir für die Krisenvorsorge von der Corona-Pandemie?

Ist nun alles wieder vorbei? Haben wir die Krise nun überstanden und kann es nun zu keiner neuen oder anderen Krise kommen?

Das könnte man jedenfalls meinen wenn man sich die Besucherzahlen der Onlineshops anschaut, die sich auf das Thema Krisenvorsorge spezialisiert haben. In den Monaten Februar, März und April sind diese Besucherzahlen regelrecht explodiert, seit Mai sind sie aber wieder Rückläufig.
Das liegt vermutlich daran, dass die meisten Menschen das Thema "Corona" leid sind und Ihren "neuen Alltag" strukturiert haben und sich mit der Situation abgefunden haben. Andere Krisenszenarien wie ein Blackout werden von vielen derzeit komplett ausgeblendet, weil ihr Fokus ausschließlich auf der aktuellen Corona Pandemie liegt - das Eintreten dieser Krisenszenarien ist aber nach wie vor jederzeit möglich!

Zum anderen sind die Lieferengpässe die zum Anfang der Pandemie entstanden sind (durch die Menschen die vorher keine Krisenvorsorge betrieben haben und dann panisch Hamsterkäufe tätigten) nun fast alle behoben und man kann von Glück sagen, dass diese nicht massiver und länger ausgefallen sind.
Als wir Desinfektionsmittel nachbestellen wollten konnte wir z.B. sehen das Händler A zwar alle benötigten Zutaten zur Herstellung von Desinfektionsmittel auf Lager hatte, jedoch keine Verpackungen in die er es abfüllen könnte. Händler B wiederrum hatte Verpackungen aber kein Ethanol um zu produzieren. Händler C konnte nichts herstellen, weil ihm das Wasserstoffperoxid fehlte. Alle drei Firmen sind in einem Umkreis von nicht einmal 80km ansässig - jedoch war keiner bereit seine Rohstoffe untereinander zu tauschen, dass eine Produktion von Desinfektionsmittel kurzfristig möglich gewesen wäre. Alle warteten bis ihre benötigten Rohstoffe mit einer Lieferzeit von 2-4 Wochen geliefert wurden. Hier fehlte es an Flexibilität und in dieser besonderen Situation auch daran über seinen eigenen Schatten zu springen und mit der Konkurrenz Symbiosen einzugehen.

Diejenigen, die sich schon seit einiger Zeit mit dem Thema Krisenvorsorge oder prepping beschäftigten und einen gewissen Notvorrat für mehrere Tage zu Hause hatten, hatten einen wesentlichen Vorteil gegenüber anderen, die keine Vorratshaltung betreiben. Sie waren nicht gezwungen sich dem Risiko einer Infektion im Supermarkt auszusetzen, nur um Produkte wie Toilettenpapier, Konserven oder Produkte mit signifikanter Preissteigerung wie z.B. Feinstaubmasken oder Desinfektionsmittel zu kaufen, sofern sie überhaupt noch vorhanden waren.
Sie waren durch ihre Vorratshaltung unabhängiger, konnten Geld sparen und unserer Meinung nach das wichtigste: sie waren (trotz der großen allgemeinen Verunsicherung was die Zukunft bringt) entspannter - sie waren mental gefestigt, weil sie wussten, dass sie auf verschiedenste Szenarien vorbereitet waren und mussten evtl. lediglich nur das ein oder andere auf das aktuelle Krisenszenario anpassen/optimieren.